Rituale und Phantasie
Ich habe zwei wunderbare Enkel, clever, lieb und einfach zauberhaft. Unser Ritual ist der Opa-Tag am Mittwoch, also immer mittwochs, wenn es irgendwie passt. Eigentlich sind nur Ferien und Krankheiten ein Hinderungsgrund.
Erst hole ich die Kleine (4) aus dem Kindergarten ab. Das mache ich direkt nach dem Mittagsschlaf, dann kommt sie gut über den Nachmittag. Auf dem Weg zur Schule unterhalten wir uns und machen erste Pläne für den Opa-Tag.
In der Schule sammeln wir die Große (8), ihren Ranzen, und ihre Gitarre ein. Häufig nehmen wir auch noch Hausaufgaben mit, aber das ist in Ordnung. Die erledigen wir gleich, dann können wir Spielen, Basteln, Malen, was die Kinder sich halt überlegen. Wichtig ist, dass der Opa mittendrin ist.
Klar, es muss auch mal eine Spielpause geben, also ein bisschen Fernsehen, während der Opa einen Obst- und Gemüseteller bastelt. Gerne lege ich auch mal einen Keks oder ein Schokolädchen dazu.
Irgendwann geht’s dann nach Hause und dann beginnt Teil 2 unseres Rituals. Kaum sind alle angeschnallt, rufen beide laut: „Geschichte!“ Wir haben ca. 20 Minuten Autofahrt auf der ich gemeinsam mit den Kindern eine Geschichte erzähle. Beide sind Teil der Geschichte und suchen sich noch ein paar Freunde aus, die auch mitspielen. Wir begeben uns in den Zauberwald und müssen viele Abenteuer bestehen. Die Kinder liefern Lösungen und neue Ansätze. So sind schon viele gute Bekannte entstanden, denen wir immer wieder begegnen: Drachenkönigin Amaru, die alte Schildkröte Alhambra, Zwerge, ein Troll-Ehepaar, eine ängstliche Feen-Familie und viele Tiere.
Die Freude ist immer groß, wenn wir auf diese liebgewonnenen Wesen treffen und es entwickeln sich immer spannende Geschichten.
Was ich sagen will: es ist so wichtig, Rituale zu haben und die Phantasie zu fördern. Ich habe jedenfalls große Hoffnung in die Generation, die da heranwächst. Helft ihnen beim Tollwerden!





